Damit Kinder gemeinsam groß werden können: „Anna wächst“ erhält Paritätischen Ehrenamtspreis 2026
Weimar, 20. Mai 2026. In der Freie Ganztagsgrundschule Anna Amalia in Weimar wird seit vielen Jahren vorgelebt, wie inklusive Bildung funktioniert. Mit der Initiative „Anna wächst – Gemeinsam Zukunft bauen“ wird Inklusion künftig auch über die Grundschule hinaus weitergedacht. Für dieses Engagement wurde das Projekt jetzt mit dem Paritätischen Ehrenamtspreis ausgezeichnet. Überreicht wurde die Auszeichnung von Peer Lück, Präsident der Paritätischen BuntStiftung, am Dienstagabend in Weimar.
Mit dem Preis werden in Thüringen Projekte gewürdigt, die gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken und neue Wege für Teilhabe eröffnen. Genau dafür steht auch „Anna wächst“: Ziel der Initiative ist es, Kindern und Jugendlichen eine durchgängige inklusive Bildungsbiografie zu ermöglichen — vom Schuleintritt bis zum Schulabschluss.
Peer Lück betont in seiner Laudation: „Als Präsident der Paritätischen BuntStiftung und als Jurymitglied des diesjährigen Ehrenamtspreises bin ich überzeugt: Dieses Projekt ist ein herausragendes Beispiel dafür, was bürgerschaftliches Engagement bewirken kann. Es geht hier nicht nur um eine Schule. Es geht um Demokratie. Um gesellschaftlichen Zusammenhalt. Um die Frage, was für eine Gesellschaft wir sein wollen. Und Sie, liebe Ehrenamtliche von „Anna wächst“, geben darauf eine klare Antwort: eine, in der niemand zurückgelassen wird.“
Getragen wird das Projekt von ehrenamtlich engagierten Eltern, Pädagog*innen und Unterstützer*innen rund um die Freie Ganztagsgrundschule Anna Amalia Amalia und den SALAMANCA leben e.V.gemeinsam mit dem Lebenshilfe-Werk Weimar/Apolda.
Die Schule zeigt seit ihrer Gründung 2010 gelebte Inklusion: Hier lernen Kinder von Beginn an miteinander und voneinander. Kleine Lerngruppen, das Zwei-Pädagog*innen-Prinzip und flexible Lernformen prägen den Schulalltag. Rund 20 Prozent der Kinder haben einen sonderpädagogischen Förderbedarf.
Gerade für Kinder mit Unterstützungsbedarf endet gemeinsames Lernen bislang jedoch häufig nach der vierten Klasse. Viele Familien wünschen sich deshalb, dass inklusive Bildung auch danach möglich bleibt.
„Die große Resonanz auf ,Konfetti Paletti‘ rund um den Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung hat gezeigt, dass in Weimar bereits viel für Inklusion erreicht wurde und viele Menschen diesen Weg mitgehen wollen“, sagt Dr. Kristin Tolk vom Lebenshilfe-Werk Weimar/Apolda. „Die Anna-Amalia-Schule ist dafür schon heute ein Leuchtturmprojekt. Deshalb ist es nur konsequent, inklusive Bildung auch über die Grundschule hinaus weiterzudenken. Inklusion darf nicht an einer Klassenstufe enden.“
Für die nächsten Umsetzungsschritte braucht das Projekt nun vor allem starke Partner*innen und passende räumliche Perspektiven. Auch Menschen, die die Idee einer Schule für alle mittragen und weiterentwickeln wollen, sind in der Initiative herzlich willkommen.
„Der Ehrenamtspreis gibt uns Rückenwind“, sagt Dorothee Krautwurst, Pädagogin an der Anna-Amalia-Schule und engagierte Mitstreiterin im Projekt. „Wir möchten weiter daran arbeiten, dass Kinder in Weimar selbstverständlich gemeinsam lernen, wachsen und ihren Bildungsweg gehen können — unabhängig von Unterstützungsbedarf oder individuellen Voraussetzungen.“
Mit dem Ehrenamtspreis erhält das Projekt nicht nur Anerkennung für das bisher Erreichte, sondern auch weiteren Rückenwind — damit die Ehrenamtlichen von „Anna wächst“ ihr Vorhaben schon bald in die Tat umsetzen können.
